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  • Machtkampf im VatikanDatum30.05.2012 12:51
    Thema von martin_r im Forum Termine - Veranstaltun...

    "Den Laden nicht im Griff"
    Der Historiker Lill spricht im Interview mit der "Frankfurter Rundschau" über die Verantwortung des Papstes in der "Vatileaks"-Affäre, Korruption und die Zuspitzung der Machtkämpfe im Vatikan.
    Zur Person
    Rudolf Lill, 77, ist emeritierter Professor für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Karlsruhe.
    Als Gastprofessor lehrte er unter anderem an mehreren italienischen Universitäten. Er gilt als ausgewiesener Kenner Italiens, Roms und der Kirchengeschichte. Er ist Autor des Buches
    „Die Macht der Päpste“.

    Herr Lill, was sagen die Vorgänge der vergangenen Tage über den Zustand des Vatikans aus?
    Im Vatikan, der ja eine geschlossene Oligarchie ist, hat es zu allen Zeiten Machtkämpfe gegeben, die mit sehr unredlichen Mitteln ausgefochten worden sind. Aber in den letzten Jahren ist eine Zuspitzung erfolgt. Und man muss wohl sagen, dass Papst Benedikt – ein Mann der Bücher und Prinzipien – sich um die Tagesarbeit des Regierens zu wenig kümmert. Dabei umgibt er sich mit Ratgebern, die wie er selbst zum rechtesten Flügel der Kirche gehören. Er hat eine Untersuchungskommission eingesetzt, die das Verschwinden geheimer Dokumente aufklären soll. An der Spitze dieser Kommission steht ein alter spanischer Kardinal aus dem Opus Dei. Die Dokumenten-Flucht muss von höherrangigen Leuten inszeniert worden sein.
    Zu den rätselhaften Vorgängen der jüngsten Zeit zählt, dass der Erzbischof Vigano weggelobt wurde.
    Absolut. Vigano sollte Ordnung in die vatikanische Verwaltung bringen und hat darauf hingewiesen, dass die Verwaltung des Vatikanstaates voller Korruption sei und dass man da aufräumen müsse. Daraufhin ist er als Nuntius in die USA versetzt worden – eine ehrenvolle Abschiebung. Es muss also Kräfte geben, die die reinigenden Anti-Korruptions-Tendenzen konterkarieren wollen.
    Muss man aus allen diesen Vorgängen nicht den Schluss ziehen, dass Benedikt XVI. seinen Laden nicht richtig im Griff hat?
    Das kann man wohl so sagen. Ich glaube, dass dahinter ein abgehobenes reaktionäres Kirchenbild steht, das Bild einer zentralistischen, autokratisch geführten Kirche. Weil die Mehrheit der Gläubigen nicht mehr der Linie des Lehramts folgt, lebt der Vatikan weitgehend abgeschottet von der realen Welt.
    Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen der Verhaftung des Butlers und der Entlassung von Gotti Tedeschi, des Chefs der Vatikanbank IOR?
    Auf jeden Fall, obwohl ich ihn nicht genau durchleuchten kann. Der Papst hat sich an dieser Front wohl ehrlich engagiert, indem er einen hoch qualifizierten Banker seines Vertrauens geholt hat. Aber es sieht so aus, als hätten sich diejenigen, die die strengeren Kontrollen des neuen Mannes nicht wollten, gegen ihn durchgesetzt. Das zeigt, dass weder der Papst noch sein Staatssekretär ihren Laden fest in der Hand haben.
    Ist der verhaftete Kammerdiener Paolo Gabriele, der angeblich die streng vertraulichen Unterlagen weitergereicht hat, möglicherweise nur ein Bauernopfer?
    So sieht es aus. Er will ja aussagen und preisgeben, woher er seine Dokumente hat. Gegner von Gegnern im Vatikan müssen diesem Mann eine Fülle geheimster Papiere in die Hände gegeben haben. So etwas hat es früher auch gegeben, aber jetzt treten diese Vorfälle massiert auf.
    Rechnen Sie mit weiteren personellen Konsequenzen und Verhaftungen?
    Man erwartet weitere Verhaftungen, aber es stellt sich die Frage, ob in den Skandal nicht Männer verwickelt sind, die man nicht verhaften wird. Es würde vatikanischen Usancen entsprechen, den einen oder anderen Kardinal oder Prälaten in aller Heimlichkeit mit neuen Aufgaben außerhalb des Vatikans zu betrauen. Ich bin sicher, dass die Sache nicht zu Ende ist.
    Gehen Sie davon aus, dass die Intrigen auch dem Papst selbst gelten?
    Davon muss man ausgehen, wenn man den Apparat und seine Methoden kennt. Eine solche Aktion schadet dem Papst auf alle Fälle. Dass sie ihm bewusst schaden soll, ist zumindest einkalkuliert. Und es wird sichtbar, dass es inzwischen zwei katholische Kirchen gibt: die der Prälaten und der Kirchenfunktionäre oben und die der Pfarrer und Gemeinden unten.
    Das Gespräch führte Harald Biskup.

  • Achazikirtag 2012Datum03.05.2012 10:40
    Thema von martin_r im Forum Termine - Veranstaltun...

    Es geht rund am 16. und 17. Juni

  • Achatius Mai - Juni 2012Datum03.05.2012 10:34
    Foren-Beitrag von martin_r im Thema Achatius Mai - Juni 2012

    Inhalt:
    Geschenk des Lebens
    Und unser Schmerz, wenn jemand stirbt... Seiten 2 und 3
    PGR-Wahl
    Gabriela Rosenkranz blickt zurück und nach vorne Seite 4
    Weltkirche, Ortshandel
    50 Jahre Konzil, lokale Einkaufsmöglichkeit... Seite 5
    Kopfstand
    Kleines Glaubenslexikon, verkehrte Ansicht? Seite 6
    Geschichten aus Kottingbrunn
    Ing. Rudolf Mehlstaub erzählt Seite 7
    Aus der Pfarre
    Minis, Spielgruppe, 3 Frauen und fair trade Seiten 8 und 9
    Die kleinen Dinge, Das Sterben
    Christa Haipl debütiert im Achatius Seite 10
    Senioren, Fußwallfahrt
    Kommen Sie zu 50+, gehen Sie mit nach Mariazell Seite 11
    Aus der Pfarre, Ungehorsam
    MitarbeiterInnen, Lob der Kritik Seite 12
    Emmausgang, Sommerlager
    Das war, das kommt, Franz Paset, Gudrun Heinrici Seite 13
    Aktivitäten, Termine
    Maiandachten, Bitttage, Wallfahrt Seite 14
    Freud und Leid, Terminvorschau
    Das war, das kommt, Fronleichnam, EK ... Seite 15
    Achazikirtag 2012
    Bitte vormerken Seite 16

  • Achatius Juli, August 2012Datum30.04.2012 16:49
    Thema von martin_r im Forum Achatius, das Pfarrbla...

    Redaktionsschluss: 18. Juni 2012
    Ersxcheinungstermin: 28. Juni 2012

  • Rudolf MehlstaubDatum30.04.2012 16:14
    Thema von martin_r im Forum Spaziergang durch, Ges...

    Mehrere Begegnungen sind zu wenig.

  • Dialoginitiative 2012Datum16.04.2012 08:05
    Thema von martin_r im Forum Initiativen

    "Wir sind Kirche“ lädt ein, die gemeinsam mit Prof. Hermann Häring formulierte „Dialoginitiative 2012“ zu unterstützen.

    "Wir sind Kirche":
    Wir wollen der Kirchenleitung zeigen, dass eine breite Mehrheit der Gläubigen von den traurigen Schauspielen in der Öffentlichkeit genug hat. Die Menschen wollen endlich einen offenen und einander wertschätzenden Dialog. Das „Jahr des Glaubens“ sollte zum „Jahr des Dialogs“ werden, damit unser Glauben biblisch fundiert, verständlich und hilfreich, zeitgemäß und vernünftig ausgedrückt wird.

    Wir veröffentlichen keine Namen der Unterstützerinnen und Unterstützer, damit auch Frauen und Männer, die für ihre Arbeit kirchliches Plazet benötigen nichts befürchten müssen. Bitte sagen Sie es auch weiter.
    Hier ist der Link dazu: http://www.firsturl.de/GMZ3u2P

  • Homosexueller Pfarrgemeinderat in Kaprun
    11. April 2012 12:28

    44-Jähriger zum dritten Mal wiedergewählt - Pfarrprovisor hat "kein Problem damit"

    Salzburg - Markus Casna (44) ist seit elf Jahren Pfarrgemeinderat in Kaprun im Salzburger Pinzgau, seit 19 Jahren lebt er mit seinem Partner zusammen. "Meine Homosexualität ist bei uns kein Problem und auch kein Thema", sagte der Leiter des Kirchenchors am Mittwoch im APA-Gespräch. Die Leute im Ort wüssten über seine Homosexualität Bescheid, und auch Pfarrprovisor Michael Blassnigg (51) stehe zu ihm. Dass der Pfarrer von Stützenhofen (NÖ) die Pfarre wegen eines neu gewählten, homosexuellen Pfarrgemeinderates verlässt, empfinden Casna wie auch Blassnigg als zwischenmenschliches Problem. "Vor Gott sind ja alle Menschen gleich", betonte Casna.

    Der Werbefachmann sieht sich in dem 3.000-Einwohner-Ort Kaprun voll integriert und akzeptiert. Er hat seine Beziehung zu seinem Freund vor zwei Jahren in einer eingetragenen Partnerschaft besiegeln lassen. Auch bei der Pfarrgemeinderatswahl 2012 war die gleichgeschlechtliche Beziehung kein Hindernis. "Wir haben uns ja schon vor Jahren geoutet. Ich bin heuer zum dritten Mal und an fünfter Stelle gewählt worden, von 16 Kandidaten. Wir sind eine aufgeschlossene Gemeinde, es gibt keine Ressentiments. Pfarrprovisor Blassnigg und auch Pfarramtsleiter Toni Fersterer unterstützen mich. Wir sind eine lebendige Gemeinschaft, bei uns gibt es 60 Ministranten."

    "Habe mich überreden lassen"

    Die Aufgeschlossenheit der Kapruner führt Casna auch auf den Tourismus zurück. Die ganze Welt komme zum Skifahren auf den Gletscher. Vielleicht spiele die Seilbahnkatastrophe vom 11. November 2000 (mit 155 Toten, Anm.) eine Rolle, die Gemeinde habe sich mit tiefgreifenden Problemen auseinandergesetzt und sei dadurch für vieles offener geworden. "Ein Jahr nach dem Unglück waren Pfarrgemeinderatswahlen. Der damalige Dechant - er war 75 Jahre alt - hat zu mir gesagt, er würde mich gerne als Pfarrgemeinderat sehen. Er hat gewusst, dass ich in einer homosexuellen Beziehung lebe. Da habe ich mich überreden lassen", erzählte der 44-Jährige.

    Der Pfarrprovisor von Kaprun hebt das große Engagement hervor, das Casna an den Tag legt. "Er ist kreativ, bringt viel ein, layoutet auch das Pfarrblatt. Er ist ein voll engagierter Mensch, ich muss schauen, dass er sich nicht übernimmt", sagte Blassnigg, Pfarrer von Niedernsill im Pinzgau, zur APA. Casnas Homosexualität stelle für ihn kein Problem dar. Dass der Pfarrer von Stützenhofen, Gerhard Swierzek, gehen will, bezeichnete der Salzburger Seelsorger als harten Schritt sowohl für den Pfarrer auch als für den betroffenen Pfarrgemeinderat. "Wenn man mit Homosexualität nicht umgehen kann, ist es vielleicht das Gescheiteste."

    Zur Entscheidung von Kardinal Christoph Schönborn, die Wahl des homosexuellen Pfarrgemeinderates Florian Stangl (26) in Stützenhofen zu bestätigen, äußerte sich Pfarrprovisor Blassnigg positiv: "Wenn man den Menschen sieht, sieht man anders. Das Kirchenrecht wird sich auch einmal ändern, es dauert halt länger." Und Markus Casna meinte: "Wir brauchen in unserem Leben Regeln, Gesetze, auch Kirchengesetze. Die sollen aber menschlich sein. Die Beichte ist im Mittelalter erfunden worden, das Zölibat ist auch eine Erfindung der römisch-katholischen Kirche."

    Dass Schönborn den Menschen vor das Gesetz stelle, wertete Casna "als massiven Schritt nach vorne für uns alle. Das ist fast ein Ostergeschenk". Die Pfarrerinitiative sei auf einem guten Weg, er sei zuversichtlich, dass der Durchbruch gelinge, auch wenn es noch etwas länger dauern könne. "Wir brauchen auch die Frauen in der Kirche. Vor Gott sind alle gleich. Damit wäre für die Christenheit ja alles geklärt." (APA, 11.4.2012)

  • Schönborn schafft vielleicht einen Präzedenzfall
    Kolumne | Hans Rauscher, 10. April 2012 17:52

    Homosexueller Pfarrgemeinderat in Niederösterreich: Kardinal Schönborn entschied sich für die unorthodoxe Lösung

    Wegen des Priestermangels ordinieren in zahlreichen Gemeinden besonders Niederösterreichs aus Polen importierte Pfarrer. Wer bei Hochzeiten und dergleichen Gelegenheit hatte, mit diesen Priestern ins Gespräch zu kommen, musste oft eine, gelinde gesagt, sehr konservative Einstellung registrieren.

    Ein Vertreter dieser Richtung dürfte auch der aus Polen stammende Pfarrer des Ortes Stützenhofen im Bezirk Mistelbach sein, der nun angekündigt hat, diese Gemeinde nicht mehr mitzubetreuen, nachdem a) ein bekennender Homosexueller in den Pfarrgemeinderat gewählt wurde; und b) Kardinal Christoph Schönborn nach einem Gespräch mit dem jungen Mann dessen Verbleib im Pfarrgemeinderat "auf meine Kappe genommen" hat. Schönborn zeigte sich beeindruckt von dessen "gläubiger Haltung, seiner Bescheidenheit und seiner gelebten Dienstbereitschaft" (er ist Behindertenbetreuer).

    Weitere Komplikationen

    Nun drohen aber weitere Komplikationen, weil der polnische Hochwürden offenbar zwar inhaltlich konservativ, um nicht zu sagen reaktionär ist, aber technisch up to date. Anscheinend hat er ein Telefonat mit dem Kardinal aufgezeichnet, in dem dieser zunächst sagte, man solle den jungen Mann von der Liste der Pfarrgemeinderäte entfernen.

    Diese Enthüllung kann man auch als Angriff auf die Autorität des Kardinals sehen. Zunächst aber ein Exkurs zur Frage, was die Bibel zur Homosexualität sagt. Das Alte Testament (Drittes Buch Mose) bezeichnet diese unter Männern als "Gräuel" und fordert die Todesstrafe. In den Evangelien, also den Lebensbeschreibungen und Heilsverkündungen Jesu, kommt die Homosexualität nicht vor. In den Briefen des Paulus, der die Lehre Jesu weiterinterpretierte, wird sie als Verirrung scharf verurteilt.

    In der wissenschaftlichen Literatur gibt es die Ansicht, dass sich sowohl die Autoren des Alten wie des Neuen Testaments vor allem von den Sitten ihrer als heidnisch-dekadent empfundenen Umwelt abgrenzen wollten. "Die heutige Erkenntnis, dass bei zahlreichen Menschen die gleichgeschlechtliche Neigung ein tief verankertes Persönlichkeitsmerkmal ist, war ihnen noch nicht im Blick" (der evangelische Theologe Hartmut Kreß).

    Neigung ausblenden

    Die heutige katholische Kirche beugt sich der Erkenntnis, dass es eine homosexuelle Neigung eben bei vielen gibt und seit jeher gegeben hat, fordert aber von den Homosexuellen, diese Neigung möglichst nicht auszuleben. Schwierig. Und schwer zu übersehen im Fall von Stützenhofen, dass der junge Mann in eingetragener Partnerschaft mit seinem Lebensgefährten lebt (der beim Termin mit Schönborn dabei war).

    Schönborn reagierte offenbar zunächst konventionell, sah sich dann die Umstände näher an und traf eine Abwägung zwischen der Ausstoßung eines wertvollen und beliebten Gemeindemitglieds, oder der Brüskierung der ultrakonservativen Kirchenkreise. Er entschied sich für die unorthodoxe Lösung.

    Das ist fast ein Präzedenzfall und wird ihm vermutlich noch Schwierigkeiten bereiten. Aber zurück kann er jetzt wohl kaum mehr. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 11.4.2012)

  • Thema von martin_r im Forum Initiativen

    Der Mailänder Kardinal Carlo Maria Martini spricht sich in seinem neuen Buch für eine gewisse Anerkennung homosexueller Partnerschaften aus. Dafür hat der Wiener Kardinal Christoph Schönborn ein Problem damit, dass ein Homosexueller, der in einer eingetragenen Partnerschaft lebt, zum Pfarrgemeinderat gewählt wurde.

    Die Nachrichten kamen am selben Tag: Der Mailänder Kardinal Carlo Maria Martini spricht sich in seinem neuen Buch für eine gewisse Anerkennung homosexueller Partnerschaften aus. Nach Ansicht Martinis müsse zwar die traditionelle Familie verteidigt werden, der Kardinal fragt jedoch: "Wenn aber einige Menschen verschiedenen oder gleichen Geschlechts einen Vertrag unterzeichnen möchten, um ihrer Beziehung eine gewisse Stabilität zu geben, warum möchten wir so unbedingt, dass dies nicht sei?" Das meldete "L'Espresso" letzten Freitag in einem Vorabdruck. Die sonst so flinke (der österreichischen Bischofkonferenz gehörige) Kathpress hat diese bemerkenswerte Position bisher totgeschwiegen. Dafür nahm der Wiener Kardinal fast gleichzeitig dazu Stellung, dass ein Homosexueller, der in einer eingetragenen Partnerschaft lebt, zum Pfarrgemeinderat gewählt wurde. "In einer solchen Funktion muss jeder Mensch mit seinem Lebensstil so umgehen, dass er mit den kirchlichen Vorgaben übereinstimmt", erklärte Christoph Schönborn und lud den Mann zur persönlichen Aussprache. Die Frage ist offen, ob der Gewählte sein Amt antreten darf.

    Das ist natürlich sexuelle Diskriminierung. Außer Schönborn lädt alle Gewählten seiner Diözese zum Gespräch. Und stellt dieselben Fragen! Gehen wiederverheiratete Geschiedene, die es in den Pfarrgemeinderäten längst gibt, mit ihrem Lebensstil so um, dass sie mit den kirchlichen Vorgaben übereinstimmen? Sollte dem Schwulen das Amt verweigert werden, muss der Erzbischof wohl alle wiederverheirateten Geschiedenen wieder hinauswerfen. Von kirchlich Verheirateten wird sich der Erzbischof im Vier-Augen-Gespräch davon überzeugen lassen müssen, dass sie sich an die Normen von Humanae Vitae (Verbot der künstlichen Empfängnisregelung) halten. Andernfalls: sorry - kein Mitberaten in der Pfarre! Parallel dazu wird er gezwungen sein, mit dem Sündenpfuhl in den katholischen Bildungshäusern aufzuräumen.
    Dort ist es längst gang und gäbe, dass bei Pfarrgemeinderats-Klausuren auch Unverheiratete ein Zimmer miteinander teilen. Die Vorlage eines Trauscheines muss hier wohl obligat werden.

    Nebenbei kann der Wiener Oberhirte die derzeitige Pfarrgemeinderatsordnung gleich dazu nützen, noch weiter aufzuräumen. Diese kennt den "Gummiparagrafen", wonach Mitglieder des PGR nur Katholiken sein können, die "sich zur Glaubenslehre und Ordnung der Kirche bekennen" (IV.1). Streng genommen muss man dann aber auch jeden, der zum Beispiel für die Aufhebung des Zölibats oder die Zulassung von Frauen zur Weihe eintritt, von vornherein von der Wahl ausschließen, weil diese Forderungen nicht der aktuellen Ordnung entsprechen. Die Mitgliedschaft bei "Wir sind Kirche" wäre demnach mit dem Amt als Pfarrgemeinderat unvereinbar.

    Wie viele der 4.575 Gewählten seiner Erzdiözese werden nach einem solchen Gesprächsmarathon des Kardinals noch übrig bleiben?

    Noch gibt es einen diplomatischen und vor allem rechtlich einzig richtigen Ausweg: Die Wahlkommission und der Bischofsrat, die diese Woche Tagen, können trotz der einschränkenden Wahlordnung zu dem Schluss kommen, dass das Eingehen einer eingetragenen Partnerschaft dem Katholischen Katechismus in keiner Weise widerspricht. Das Gesetz sagt nämlich über die Partner lediglich: "Sie verbinden sich damit zu einer Lebensgemeinschaft auf Dauer mit gegenseitigen Rechten und Pflichten." Letztere werden so definiert: "Die eingetragenen Partner sind einander zur umfassenden partnerschaftlichen Lebensgemeinschaft und Vertrauensbeziehung, besonders zum gemeinsamen Wohnen, zur anständigen Begegnung und zum Beistand, verpflichtet."

    Aufgrund der Wortmeldung Martinis kann die Wahlkommission darauf hinweisen, dass es zu den eingetragenen Partnerschaften keine einheitliche Ablehnung des Lehramtes gibt.

    Zudem werden die Gremien der Erzdiözese bei sorgfältiger Arbeit feststellen müssen, dass über ein Sexualleben, das der Katechismus derzeit den gleichgeschlechtlich Empfindenden abspricht, in dem Verpartnerungsgesetz gar nichts steht. Vergleichsweise kann angeführt werden, dass auch ein Klosterkonvent eine kirchlich eingetragene gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft darstellt, wo Menschen füreinander auf Dauer Fürsorgeverpflichtungen eingehen und eine Wohngemeinschaft bilden.

    Was den höchstpersönlichen Lebensbereich eines Paares betrifft, so geht dieser weder die Öffentlichkeit noch die Wahlkommission irgendetwas an. Es ist erstaunlich, dass ein Mann mit der Sensibilität Schönborns den Lebensstil eines Einzelnen so öffentlich zur Diskussion stellt (was meines Erachtens im konkreten Fall eben auch eine Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung bedeutet). Ich traue dem Kardinal aber zu, dass er dafür rasch angemessene Worte der Entschuldigung findet.

    PS: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Verantwortung der Päpste und des Vatikans am internationalen Missbrauchsskandal geklärt werden muss. Der derzeitige Papst hat bisher lediglich zur Schuld einzelner Priester und Bischöfe Stellung genommen. Zu den Vorgängen innerhalb der vatikanischen Mauern fand er kein Wort. Benedikts beharrliches Schweigen dazu macht ihn als Papst unglaubwürdig. (derStandard.at, 26.3.2012)

  • Achatius Mai - Juni 2012Datum27.02.2012 18:08
    Thema von martin_r im Forum Achatius, das Pfarrbla...

    Redaktionsschluss: 16. April 2012
    Erscheinungstermin: 3. Mai 2012

  • Gibt es schon Termine 2012?Datum26.02.2012 19:08
    Thema von martin_r im Forum Erstkommunion

    Ich bin nur heute auf Lea's EK hingewiesen worden...

  • OstermarktDatum26.02.2012 19:06
    Thema von martin_r im Forum Termine - Veranstaltun...

    24. / 25. März 2012

  • KinderDatum26.02.2012 19:03
    Foren-Beitrag von martin_r im Thema Kinder

    Rilke, das Stundenbuch, ein Lobpreis der Armut...

    Des Armen Haus ist wie des Kindes Hand.
    Sie nimmt nicht, was Erwachsene verlangen;
    nur einen Käfer mit verzierten Zangen,
    den runden Stein, der durch den Bach gegangen,
    den Sand, der rann, und Muscheln, welche klangen;
    sie ist wie eine Waage aufgehangen
    und sagt das allerleiseste Empfangen
    langschwankend an mit ihrer Schalen Stand.

    Des Armen Haus ist wie des Kindes Hand.

  • MartinDatum26.02.2012 18:41
    Thema von martin_r im Forum Spaziergang durch, Ges...

    Ich hatte so etwas wie einen Abschiedsspaziergang im Sinn. Gehen, nachdenken, nachfreuen über die schönen Begegnungen, die ich bei den Spaziergängen hatte, neue Planungen überlegen. Denn, als ich Ende 2010 die Redaktion dieses Pfarrblattes übernahm, sagte ich das Ablaufdatum gleich dazu: die PGR-Wahl 2012. Ich tat dies in der Hoffnung, dass im neuen Pfarrgemeinderat Menschen aktiv werden, die diese Aufgabe übernehmen. Immerhin gibt es nun einige PGR-KandidatInnen, die „Öffentlichkeitsarbeit“ als eine ihrer möglichen Arbeitsfelder angekreuzt haben. Das macht mich froh und ich gehe davon aus, dass sich in den nächsten Monaten ein größeres Redaktionsteam bilden wird. Ich verstehe, dass ein Übergang nicht schlagartig stattfinden kann.

    Auf den Spaziergängen durch Kottingbrunn habe ich allen Partnern die Frage gestellt, was für sie der Begriff „Heimat“ bedeute. Alle haben mir im Prinzip die gleiche Antwort gegeben: Heimat, das sind meine Freunde, meine Beziehungen.

    Mit dem Spaziergang, den ich am 19. Februar alleine gemacht habe, beende ich nun diese Serie. Ich tue das in großer Dankbarkeit gegenüber den sieben Gesprächspartnern, die sich im Laufe dieser Zeit als Redakteur des Achatius für mich Zeit genommen haben: Hans Reiser, Regina Fenk, Ernst Lessig, Tamara Solnitzky, Franz Schottleitner, Ingrid Natterer und Klaus Auer. Sie haben mir Dinge gesagt und gezeigt, die ich sonst nicht erfahren hätte, Türen und Zugänge geöffnet, die mir sonst verschlossen geblieben wären.

    Auf diesem letzten Spaziergang habe ich nun auch ganz speziell auf die Kottingbrunner Türen geachtet.

    Die Türen in Kottingbrunn sind nicht anders als anderswo. Sie sind nicht verschlossener, nicht offener, davon bin ich überzeugt. Auch wenn mir bei einem Spaziergang erklärt worden war, dass im alpenländischen Raum die Türen offener seien. Und, so wie überall, gibt es Portale, kleine, große Türen, Hintertüren auch.

    Vielleicht habe ich sieben falsche Personen ausgewählt, denn keiner hat mir gesagt wir müssten unsere Türen verbarrikadieren, oder irgendwie etwas wie „Heimat“ oder „Vaterland“ schützen. Vielleicht habe ich aber sieben richtige Personen ausgewählt?

    Ich habe in den Spaziergängen gesehen, dass der zutiefst christliche Gedanke des Teilens, der Gastfreundschaft, der Toleranz und der Fairness in Kottingbrunn tief verwurzelt ist.

    Vielleicht habe ich die falschen Türen betrachtet. Aber ich glaube, nicht. Bei einigen standen auch Schuhe heraussen. Ausdruck eines Grundvertrauens in die Welt.
    Martin Ranftler

  • Achatius März - April 2012Datum26.02.2012 18:40
    Foren-Beitrag von martin_r im Thema Achatius März - April 2012

    Inhalt:

    Burnout...
    Jesus verspricht uns neues Leben Seiten 2 und 3
    PGR Wahl I
    Rette Deine Pfarre Seite 4
    PGR-Wahl II
    Ziele des PGR, Chancen der Wahl Seite 5
    Jetzt
    Kleines Glaubenslexikon, augenblicksbezogen Seite 6
    Spaziergang durch Kottingbrunn
    Nach 8 Spaziergängen ein Abschluss Seite 7
    38 KandidatInnen
    Wählbare Menschen von A bis W Seiten 8 und 9
    PGR-Wahl III
    Hirten und Herden, situationsbezogen Seite 10
    Direktoren, Achatius, „Stille Geburt“
    2 Neue, Gehorsam und ein trauriges Thema Seite 11
    30 Jahre WR, Diskussionsforum, Schmunzeln
    Nachträge: schöne Feier, spannender Diskurs Seite 12
    Sommerlager, Bußfeier, Kochbuch
    Spaß, Versöhnung, Neuauflage eines Bestsellers Seite 13
    Kar– und Osterfesttage 2012
    Die Seite für das schwarze Brett Seite 14
    Freud und Leid, Terminvorschau
    Das war, das kommt, Fastenzeit, Thomasmesse... Seite 15
    Ostermarkt 24. und 25. März 2012
    Bitte vormerken Seite 16

  • Thema von martin_r im Forum Initiativen

    Seit dem „Aufruf zum Ungehorsam“, in dem wir uns dazu bekennen, künftig in eigener Verantwortung Zeichen der Erneuerung unserer Kirche zu setzen, kam von vielen Seiten aus dem In- und Ausland Zustimmung und Ermutigung – von bischöflicher Seite jedoch vorwiegend Zurückhaltung, bisweilen auch heftige Ablehnung. Zu einem Dialog kam es nur selten und abseits der Öffentlichkeit. Wir aber setzen dem gegenwärtigen Aushungern der Gemeinden und der Seelsorge unter dem Druck des Priestermangels und der Überalterung des Klerus mehrfach ein entschiedenes NEIN entgegen:

    1
    Wir sagen NEIN wenn wir zusätzlich immer weitere Pfarren übernehmen sollen, weil uns das zu reisenden Zelebranten und Sakramentenspendern macht, denen die eigentliche Seelsorge entgleitet. Wir widerstehen damit dem Trend, an vielen Orten flüchtig anwesend zu sein, aber keine spirituelle und emotionale Heimat zu finden und anzubieten.

    2
    Wir sagen NEIN zu immer mehr Eucharistiefeiern am Wochenende, weil so die vielen Dienste und Predigten zu oberflächlichem Ritual und allzu routinierter Rede werden, während Begegnung, Gespräch und Seelsorge verkümmern. Kurz vor der Messe anzukommen und gleich danach weiterzufahren, macht unseren Dienst zur hohlen Routine.

    3
    Wir sagen NEIN zur Zusammenlegung oder Auflösung der Pfarren, wenn sich keine Pfarrer mehr finden.
    Hier wird der Mangel zum Gesetzgeber erhoben, statt dem Mangel durch die Änderung unbiblischer Kirchengesetze abzuhelfen. Das Gesetz ist für den Menschen da – und nicht umgekehrt. Gerade das Kirchenrecht hat den Menschen zu dienen.

    4
    Wir sagen NEIN zur Überforderung der Pfarrer, die man in einen mehrfachen Pflichterfüllungsstress drängt, deren Zeit und Kraft für ein geistliches Leben wegadministriert wird und deren Dienste weit über das Pensionsalter hinaus beansprucht werden. So kann sogar das früher verdienstvolle Wirken durch allzu lange Beanspruchung beschädigt werden.

    5
    Wir sagen NEIN wenn das Kirchenrecht ein allzu hartes und unbarmherziges Urteil spricht: über Geschiedene, die eine neue Ehe wagen, über gleichgeschlechtlich Liebende, die in Partnerschaft leben, über Priester, die am Zölibat scheitern und deshalb eine Beziehung eingehen – und über die Vielen, die ihrem Gewissen mehr gehorchen als einem von Menschen gemachten Gesetz.

    Weil Schweigen als Zustimmung verstanden wird und wir unsere Verantwortung als Priester und Seelsorger wahrnehmen wollen, müssen wir diesen fünffachen Protest aussprechen. Er ist ein „Protest“ im wörtlichen Sinn: ein „Zeugnis für“ eine Kirchenreform, für die Menschen, deren Seelsorger wir sein wollen, und für unsere Kirche. Die Freudlosigkeit des heutigen Kirchenbetriebs ist kein gutes Zeugnis für die „frohe Botschaft“, die uns bewegt. Denn wir wollen „nicht über den Glauben herrschen, sondern der Freude dienen“ (2 Kor 1,24).

  • Thema von martin_r im Forum Spaziergang durch, Ges...

    Eigentlich war es nicht geplant, dass dieser Spaziergang so heissen, dass auch dieser Spaziergang im Zeichen des Jubiläums stehen wird. Aber es waren nur ein paar Schritte, die wir im Dezember 2011 in Richtung Schlosspark und Kanal machten, bis es sich herausstellte, dass damals, vor 30 Jahren, auch der neue Pfarrer an Auer Klaus herangetreten war, um einen Spaziergang gebeten hatte mit dem Ziel einen Mitarbeiter zu gewinnen.
    Klaus hat damals „ja“ gesagt, das war der Anfang einer langen und treuen Freundschaft.
    Seit 1976 wohnt Familie Auer in Kottingbrunn in der Rot-Kreuz-Siedlung. Klaus und seine Frau Waltraud haben hier eine Heimat gefunden, Freunde, ein Umfeld, in dem sie sich wohl fühlen; hier sind auch ihre fünf Kinder groß geworden und haben mittlerweile ihren eigenen Weg im Leben gefunden.
    1982, als Walter Reichel Pfarrer wurde, war der Kontakt zur Pfarre zuerst über die Kinder gegeben, dann über einen menschenfischenden Spaziergang durch Kottingbrunn, auf dessen Spuren wir heute unterwegs sind. Klaus Auer hat sich immer engagiert. Im Beruf als Unternehmer, in der politischen Gemeinde Kottingbrunn, in der Pfarrgemeinde. Überall war seine Sachkompetenz, sein klarer Blick, sein Zupacken auch, hoch willkommen.
    Langsam hat er sich jetzt von seinen
    beruflichen Pflichten gelöst, sich
    behutsam auf die Pension vorbereitet, Reisen gemacht, die ihn und seine Waltraud nach Peking, Russland (Foto: transsibirisch) , in die Karibik, nach Kanada geführt haben.
    Aber ein Großteil seines Herzens ist für Kottingbrunn reserviert. Klaus wird auch bei der Wahl 2012 für den Pfarrgemeinderat wieder kandidieren. Er sieht die Pfarre gut vorbereitet für die Zukunft und gibt großen Pfarrverbänden wenig Chancen. Die Kirche und die Pfarrmitglieder sind „im Dorf“ zu Hause.
    Damals, vor 30 Jahren am Spaziergang mit Walter Reichel, haben die beiden viele Übereinstimmungen gefunden, danach Pläne realisiert, die die Pfarre lebendig gemacht haben. Die Wortspenden auf Seite 4 geben beredt davon Zeugnis. Klaus Auer selbst ist kein Freund der großen Worte. Das macht aber nichts, im Leben zählen die Taten viel mehr. Martin Ranftler

  • Achatius März - April 2012Datum06.01.2012 19:43
    Thema von martin_r im Forum Achatius, das Pfarrbla...

    Redaktionsschluss: 15. Februar 2012
    Erscheinungstermin: 1. März 2012
    PGR-Wahl 18. März 2012

  • Achatius Januar-Februar 2012Datum06.01.2012 19:42
    Foren-Beitrag von martin_r im Thema Achatius Januar-Februar 2012

    Zurück zur Kirche...
    Pfarrerinitiative, Austritt, Auftritt Seiten 2 und 3

    Walter Reichel, 30 Jahre in Kottingbrunn
    und was die Leute so d‘rüber denken Seite 4

    Fischstäbchen
    Oder doch ein religiöses Thema? Seite 5

    Birbamers Kapelle, Familienadvent
    Bäuerliche Impression, ein Nachmittag für alle Seite 6

    Spaziergang durch Kottingbrunn
    Klaus Auer ging mit dem Redakteur 30 Jahre zurück Seite 7

    Vorsätze und Rückblicke, St.-Florian-Haus
    INVIDIA ist keine Grafikkarte; was sich so tut Seiten 8 und 9

    Das war 2011. Finger in den Wunden
    Zahlen—und: sei nicht ungläubig sondern gläubig Seite 10

    Nikolaus, Weihbischof Krätzl, 80
    Die Bischöfe aus der Türkei und aus Wien; Buch Seite 11

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  • SehnsuchtDatum06.12.2011 13:04
    Foren-Beitrag von martin_r im Thema Sehnsucht

    Syrien heute:

    Der Standard.at: Stoßtrupp für Regime

    Die Angehörigen der Shabiha-Miliz sind in Syriens Bevölkerung gefürchtet. Für das bedrängte Regime des Präsidenten Bashar al-Assad sind sie ein Stoßtrupp, der seine Macht mit Terror gegen das eigene Volk aufrechterhalten soll. Der Name der Miliz leitet sich von dem arabischen Wort "shaba" für "Phantom" oder "Gespenst" ab, assoziiert mit ihrer Vorliebe für schwarze Kleidung und schwarze Autos.

    Die Freischärler rekrutieren sich aus Angehörigen der alawitischen Glaubensgemeinschaft, einer islamischen Sekte, der auch Assad und seine Familie anhängen. Mit Religion hat ihre Organisation freilich rein gar nichts zu tun. Es geht eher um Loyalitäten eines Clans. Der Kern der Shabiha-Miliz stammt aus dem Umland von Latakia, woher auch die Assads kommen.

    Die "Phantome" handeln meist im Windschatten der regulären Streitkräfte. Haben deren Militärs ein Dorf oder ein Stadtviertel militärisch unterworfen, schwärmen die Shabiha aus. Sie plündern und sie morden. Ihre Aufgabe ist es auch, wie Überläufer berichteten, jene Soldaten hinzurichten, die sich weigern, auf die eigenen Bürger zu schießen. In Homs, wo eine starke alawitische Minderheit lebt, sollen sie außerdem einen Bürgerkrieg mit der sunnitischen, Assad-feindlichen Mehrheit provozieren, mutmaßen Oppositionelle.

    Die Mannstärke der Shabiha ist nicht bekannt. Jedenfalls kommen sie nicht aus dem Nichts. Schon lange vor den Protesten, die Mitte März begannen, erwarben sie sich ihren zweifelhaften Ruf durch ihre Verstrickung in Schutzgelderpressung, Schmuggel und Drogenhandel. Als Günstlinge des Regimes durften sie diesen Betätigungen straflos nachgehen. Jetzt bedanken sie sich bei den Herrschern in Damaskus mit ihren Terror-Diensten.

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