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Martin

in Spaziergang durch, Geschichten aus Kottingbrunn 26.02.2012 18:41
von martin_r • 522 Beiträge

Ich hatte so etwas wie einen Abschiedsspaziergang im Sinn. Gehen, nachdenken, nachfreuen über die schönen Begegnungen, die ich bei den Spaziergängen hatte, neue Planungen überlegen. Denn, als ich Ende 2010 die Redaktion dieses Pfarrblattes übernahm, sagte ich das Ablaufdatum gleich dazu: die PGR-Wahl 2012. Ich tat dies in der Hoffnung, dass im neuen Pfarrgemeinderat Menschen aktiv werden, die diese Aufgabe übernehmen. Immerhin gibt es nun einige PGR-KandidatInnen, die „Öffentlichkeitsarbeit“ als eine ihrer möglichen Arbeitsfelder angekreuzt haben. Das macht mich froh und ich gehe davon aus, dass sich in den nächsten Monaten ein größeres Redaktionsteam bilden wird. Ich verstehe, dass ein Übergang nicht schlagartig stattfinden kann.

Auf den Spaziergängen durch Kottingbrunn habe ich allen Partnern die Frage gestellt, was für sie der Begriff „Heimat“ bedeute. Alle haben mir im Prinzip die gleiche Antwort gegeben: Heimat, das sind meine Freunde, meine Beziehungen.

Mit dem Spaziergang, den ich am 19. Februar alleine gemacht habe, beende ich nun diese Serie. Ich tue das in großer Dankbarkeit gegenüber den sieben Gesprächspartnern, die sich im Laufe dieser Zeit als Redakteur des Achatius für mich Zeit genommen haben: Hans Reiser, Regina Fenk, Ernst Lessig, Tamara Solnitzky, Franz Schottleitner, Ingrid Natterer und Klaus Auer. Sie haben mir Dinge gesagt und gezeigt, die ich sonst nicht erfahren hätte, Türen und Zugänge geöffnet, die mir sonst verschlossen geblieben wären.

Auf diesem letzten Spaziergang habe ich nun auch ganz speziell auf die Kottingbrunner Türen geachtet.

Die Türen in Kottingbrunn sind nicht anders als anderswo. Sie sind nicht verschlossener, nicht offener, davon bin ich überzeugt. Auch wenn mir bei einem Spaziergang erklärt worden war, dass im alpenländischen Raum die Türen offener seien. Und, so wie überall, gibt es Portale, kleine, große Türen, Hintertüren auch.

Vielleicht habe ich sieben falsche Personen ausgewählt, denn keiner hat mir gesagt wir müssten unsere Türen verbarrikadieren, oder irgendwie etwas wie „Heimat“ oder „Vaterland“ schützen. Vielleicht habe ich aber sieben richtige Personen ausgewählt?

Ich habe in den Spaziergängen gesehen, dass der zutiefst christliche Gedanke des Teilens, der Gastfreundschaft, der Toleranz und der Fairness in Kottingbrunn tief verwurzelt ist.

Vielleicht habe ich die falschen Türen betrachtet. Aber ich glaube, nicht. Bei einigen standen auch Schuhe heraussen. Ausdruck eines Grundvertrauens in die Welt.
Martin Ranftler


Martin R.

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